A new Moonshot

Oxford-Ökonom Ian Goldin sieht Menschheit vor der umfassendsten Transformation seit einem halben Jahrtausend.

Neulich, da gab es wieder diesen Moment! Da habe ich mich weggewünscht. An einen Ort ohne Netzempfang, ohne Internet, ohne Informationsflut. An einen Ort fern jedweder Zivilisation. Dann taucht vor meinem inneren Auge das Bild von einem alten Steinhaus am Meer auf. Irgendwo im hügeligen Nirgendwo. Das Bild entspannt. Und ich habe nicht vor, es einem Realitätscheck zu unterziehen. Ich liebe dieses Bild. Es hilft, einen kurzen Moment Luft zu holen – vom Ereignis-Tempo, vom Dauer-Input, vom Ständig-was-Neues. Und kurz darauf bin ich wieder mitten drin: in der Zukunft, in der digitalen Transformation, im Wandel der Zeit, in der Infosphäre, in der zweiten Renaissance, in der vierten Revolution, in der Industrie 4.0, im Anthropozän, im Age of Discovery, im New Moonshot.

 

Wie auch immer Zukunftsforscher, Philosophen, Soziologen, Ökonomen, Journalisten und der Rest der Welt diese Zeit benennen. Sie alle sind sich einig: Der Wandel, den wir gerade erleben, ist eine ganz große Sache. Die digitale Revolution sei nur Teil einer noch wesentlich größeren Umwälzung, sagt Professor Ian Goldin, Direktor der Oxford Martin School. Der Ökonom ist einer der international führenden Vordenker der Globalisierung. Er hat zahlreiche Bücher über Globalisierung und Armutsbekämpfung geschrieben, war Vizepräsident der Weltbank, Wirtschaftsberater von Nelson Mandela und Mitarbeiter der OECD. Er muss es wissen!

Goldin spricht im Interview mit der „Welt am Sonntag“ vom 7. Februar 2016 von einer zweiten Renaissance. All die Entwicklungen, die unter dem Begriff „vierte industrielle Revolution“ zusammengefasst würden, würden sich gegenseitig befruchten und zu einer Welle von Erfindungen und Innovationen führen. Diese technischen Entwicklungen seien wiederum nur Teil einer noch größeren Geschichte: einer sehr umfassenden Transformation der Weltwirtschaft. Goldin nennt es das „zweite Zeitalter der Entdeckungen“. Sein neues Buch, erschienen im Mai 2016, trägt den Titel „Age of Discovery“.

Eine ganz große Sache – und wir dürfen dabei sein! Das sei anstrengend, meinen Sie? Ja, das sehe ich genauso. Schließlich sind wir Gewohnheitstiere. Wir mögen es nicht, uns ständig auf neue Situationen einstellen und ständig neue Entscheidungen treffen zu müssen. Aber, so wird es sein. „Wir müssen ins Wasser springen und schwimmen“, sagt Luciano Floridi, Professor of Philosophy and Ethics of Information an der Oxford University und Mitglied des Beirates von Google, der kontrollieren soll, ob der Konzern das „Recht auf Vergessen“ befolgt. Er plädiert für mehr Mut und ein kühnes Denken über die Zukunft. (Die Welt, 19.02.2016, Politik, S. 8)

Welche Strategien bei der Bewältigung der Zukunftsthemen helfen könnten, lesen Sie in meinen nächsten Blog-Beiträgen.

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Jana Meissner

Die Juristin Jana Meißner ist Kommunikationsberaterin, Trainerin und Inhaberin von Meissner Communications. Die Kommunikationsberatung ist auf die Beratungsfelder Krisenkommunikation und Issues-Management, strategische und prozessoptimierte Kommunikation sowie die Restrukturierung von Pressestellen spezialisiert.

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