# 1: Kläre, was du wirklich willst

VERÄNDERUNG IN 7 SCHRITTEN - RATSCHLÄGE FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE

Mehr Mitarbeiter-Engagement, weniger Gemecker im Team, mehr Eigenverantwortung des Einzelnen und vor allem weniger Stress! Ich könnte die Aufzählung ewig fortführen. Die Anliegen, mit denen Führungskräfte im Coaching zu mir kommen, ähneln sich. Die Führungskräfte wissen ganz genau, was sie nicht mehr wollen.

Sie haben klar vor Augen, was sich alles ändern muss und vor allem, wer sich ändern muss. Die Schuldfragen sind geklärt, weit bevor wir in das Coaching einsteigen. "Ich will Veränderung", sagt sich leicht. Sie herbeizuführen ist alles andere als leicht! Aus psychologischer Sicht zählt die Herbeiführung einer Verhaltensveränderung nämlich zu den schwierigsten Vorhaben, die wir angehen können. Noch größer ist die Herausforderung, wenn es nicht um das eigene Verhalten geht, sondern um das Verhalten der Mitarbeiter. Veränderung kann gelingen! Aber sie fängt nicht beim Mitarbeiter an! Etwas ändern kann nur der Betroffene selbst. Ändert sich die Führungskraft, verändert sich auch ihr Umfeld. Heute geht es in meiner Blog-Serie "Veränderung in 7 Schritten - Ratschläge für Führungskräfte" um den ersten Schritt hin zur Veränderung des Mitarbeiter-Verhaltens. Er trägt den Titel # 1: Kläre, was du wirklich willst.

VON DER KUNST, DIE RICHTIGEN FRAGEN ZU STELLEN

Veränderung fängt nicht beim Mitarbeiter an, sondern bei Ihnen, liebe Führungskraft! Aktivieren Sie Ihr Coaching-Repertoire. Schalten Sie um: Von Senden auf Empfangen. Stellen Sie die richtigen Fragen. Hören Sie zu. Fragen Sie tiefgründiger. Klären Sie, was Sie wirklich wollen. Wie das geht? Hier ein Beispiel:

Sie möchten nicht, dass Ihr Mitarbeiter wegen jeder Kleinigkeit zu Ihnen kommt, denn das nervt Sie gewaltig. Um die Veränderung anzugehen, stellen Sie sich vier verschiedene Fragen: eine Aktivierungsfrage, eine Ausnahmefrage, eine Skalierungs- und eine zirkuläre Frage. Mit diesen Fragen gelingt es Ihnen, Ihre wirklichen Ziele zu finden. Ziele, die positiv und spezifisch formuliert sind und aufgrund dessen die Chance haben, von Ihnen erreicht zu werden.

FRAGE 1 - Die Aktivierungsfrage: Wie würde die Situation idealer Weise aussehen? Der Mitarbeiter käme nur noch einmal am Tag oder im Anschluss an die Erledigung von Teilaufgaben? Was müsste passieren, damit Ihr Mitarbeiter zum Beispiel nur noch einmal am Tag zu Ihnen käme? Wie sähe der positive Antrieb des Mitarbeiters aus? Was wäre der Nutzen für Ihre Mitarbeiter?

FRAGE 2 - Die Ausnahmefrage: Gab es in der Vergangenheit Situationen, in denen Ihr Mitarbeiter eigenverantwortlich agiert hat? Was war in diesen Situationen anders? Was war gut oder hilfreich? Wie sah Ihr Beitrag aus? Diese ersten Fragen helfen Ihnen, den Problemstand zu öffnen und Ressourcen aufzuzeigen.

FRAGE 3 - Die Skalierungsfrage: Nutzen Sie die Skala von 1 bis 10. 1 = schwierig, stressig und 10 = leicht, locker. Wo befinden Sie sich gerade? Auf welchem Level wären Sie Ihrem Ziel nah? Diese Frage hilft, den Schwierigkeitsgrad zu definieren und den Zielzustand zu lokalisieren.

FRAGE 4 - Die zirkuläre Frage: Was würde Ihnen Ihr Freund oder Kollege raten? Stellen Sie sich vor, Sie seien Psychologe. Was würden Sie jemandem empfehlen? Diese Fragen ermöglichen einen Perspektivenwechsel und öffnen das Denken für eine positive Richtung.

# 1: KLÄRE, WAS DU WIRKLICH WILLST

In unserem Beispiel könnte das Ziel lauten: "Ich setze Grenzen und fördere die Selbstständigkeit meiner Mitarbeiter." Damit hätten Sie geklärt, was Sie wirklich wollen. Mission # 1 erfüllt.

# 2: HOLE DEN INNEREN SCHWEINEHUND MIT INS BOOT

Im April gibt es meinen nächsten Blog-Beitrag aus der Serie "Veränderung in 7 Schritten - Ratschläge für Führungskräfte". Dann geht es um den zweiten Schritt, denn Ziele formulieren hilft allein nicht weiter. Sie sollten mit den Bedürfnissen des Unterbewußtseins im Einklang stehen. Bis dahin, machen Sie's gut! Ihre Bettina Kappe

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Bettina Kappe

Bettina Kappe ist selbstständige Diplom-Psychologin, Betriebswirtin (VWA), systemische Therapeutin und Coach. Sie berät insbesondere Führungskräfte und Unternehmen in Change-Prozessen zu Fragen der Kommunikation, der Führung und zum Selbstmanagement. Zu Ihren Kunden zählen Mittelständler ebenso wie global agierende Konzerne, darunter Volkswagen, MAN und Procter & Gamble. Weitere Informationen unter www.bettina-kappe.de.

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